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Heute zum Thema „Von der Idee zum eigenen Stück“

Von der Idee zum eigenen Stück

Viele Klavierspieler lassen den Bereich der Kreativität am Klavier leider aussen vor. Von der Idee zum eigenen Stück – Dieses schöne Thema wird selten verfolgt. Die meisten achten darauf, etwas Virtuoses kreieren zu können. Oder sie reproduzieren Klaviermusik, die jemand anderes komponiert hat.

Tipp 1: Von der Idee zum eigenen Stück – Dein Piano ist mehr als Instrument

Betrachte dein Piano nicht als Übe-Instrument, mit dem du dir etwas Technisches aneignest. Dein Piano ist, wenn du von der Idee zum eigenen Stück kommen möchtest, wie eine schöne Staffelei. Du hast einen Farbkasten mit unterschiedlichsten Farben, die du miteinander kombinieren kannst. Der Anspruch in diesem Moment ist, kreativ zu sein. Du verbindest dein Können mit deiner Imagination. So entsteht Kunst, etwas Kreatives. Auch wenn du noch Klavier Anfänger bist, möchte ich dich dazu ermutigen, deiner Kreativität freien Lauf zu lassen und deine eigenen Stücke am Klavier zu schreiben.

Tipp 2: Von der Idee zum eigenen Stück – Lass dich inspirieren

Lass dich beim Komponieren von etwas inspirieren, das dich berührt. Ob es

  • die Natur ist
  • etwas Leckeres zu kochen
  • einen Film zu schauen
  • ein schönes Buch zu lesen oder
  • dir den Sternenhimmel zu betrachten.

Ganz egal, was es ist, das dein Herz höher schlagen lässt. Suche dir etwas, das dich inspiriert, am besten sogar etwas ausserhalb des Musikmachens. Denn das Musikmachen ist inspiriert von der Welt um dich herum. Anfangs kannst du dich stilistisch an einem schönen Stück Klaviermusik orientieren, das bei dir Anklang findet. Das dich berührt und schöne Gefühle auslöst.

Tipp 3: Von der Idee zum eigenen Stück – Beginne mit den Harmonien

Für Einsteiger gibt es eine einfache Technik zum Komponieren von eigenen Stücken. Stell dir vor, du befindest dich in der Tonart C-Dur. Der Vorteil an C-Dur ist, dass du dich beim Spielen einzig und allein auf die weissen Tasten konzentrieren kannst. Wenn wir auf jedem der Tonleitertöne von C-Dur einen Dreiklang bilden, bekommen wir sogenannte Stufendreiklänge. Diese Stufenakkorde bilden eine wichtige harmonische Grundlage beim Komponieren von eigenen Stücken. Auch viele bekannte Rock- und PopSongs bestehen aus Stufenakkorden.

Wie kannst du die Stufendreiklänge auf den Tasten finden? In C-Dur ist es ganz einfach, da die C-Dur Tonleiter nur aus weißen Tasten besteht: c, d, e, f, g, a, b. Du bildest zunächst einen C-Dur Dreiklang auf der I. Stufe, also auf dem c und verschiebst diesen Akkord dann einfach Stufe für Stufe nach oben. Insgesamt ergeben sich sieben verschiedene Stufendreiklänge, bis du wieder beim c angekommen bist. Die Stufendreiklänge für C-Dur lauten C, Dm, Em, F, G, Am, B°. Meist werden die Stufen in römischen Ziffern angegeben, also I, II, III, IV, V, VI, VII.

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Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du die Stufenakkorde in C-Dur bilden kannst:

  • Bilde zunächst einen C-Dur Dreiklang (c, e, g) in Grundstellung vom Grundton c aus.
  • Diesen Dreiklang verschiebst du nun um einen Ton nach oben. Es ergibt sich nun ein D-Moll Dreiklang, welcher aus denen Tönen d, f und a besteht.
  • Die drei Töne vom D-Moll Dreiklang verschiebst du nun wieder jeweils einen Ton nach oben. Somit entsteht ein E-Moll Dreiklang.
  • Dieses Prinzip kannst du nun über alle sieben Tonstufen von C-Dur anwenden.

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Was kannst du zu diesen Akkorden in der linken Hand spielen? Am besten nimmst du einfach jeweils den Grundton des Akkords und spielst diesen mit der linken Hand im Bass. Den Basston kannst du zwei Oktaven tiefer spielen, als den Grundton, den du mit der rechten Hand spielst. Dies kannst du mit allen sieben Stufen der C-Durtonleiter machen. So hast du beidhändig eine harmonisierte schöne Tonleiter. Jetzt kannst du schon auf eine Menge Sounds zurückgreifen. Im Kurs Chords&Scales lernst du, wie du die Stufenakkorde in sämtlichen Tonarten bilden kannst und was die einzelnen Stufenakkorde für eine harmonische Funktion haben.

Suche dir für den Anfang zunächst erst einmal zwei verschiedene Stufenakkorde aus, zwischen denen du immer hin und her wechselst. Beim Spielen dieser Akkorde kannst du dir eine Melodie vorstellen und diese eventuell sogar versuchen mitzusingen. Du kannst auch die Akkorde mit der linken Hand spielen und mit der rechten Hand eine Melodie improvisieren. Wenn dir dann eine Phrase besonders gut gefällt, die sich für dich stimmig anhört, dann kannst du dir diese Phrase merken und sie zu einem Bestandteil deines selbst komponierten Stückes werden lassen. Wenn du Schwierigkeiten hast, dir eine ausgedachte Melodie in Noten aufzuschreiben, dann kannst du dich beim Improvisieren oder Songs schreiben auch mit deinem Smartphone aufnehmen. So gehen deine Ideen nicht verloren und du kannst dir im Nachhinein anhören, was du gespielt hast. Wenn du das regelmäßig machst, hast du nach einiger Zeit eine schöne Sammlung von deinen eigenen Kreationen.

Tipp 4: Von der Idee zum eigenen Stück – Bringe Tempo mit ins Spiel

Wenn du nun eine schöne Melodie für dich entdeckt hast, versuche diese mit deinem Tempo in Verbindung zu bringen. Du kannst beispielsweise auch mit der linken Hand die Bassnote spielen und mit der rechten den Rhythmus mitklopfen oder schnipsen. Lege einen Groove darunter, auch gedanklich. Dann beginnt es bereits zu klingen.

Tipp 5: Von der Idee zum eigenen Stück – Nutze Begleitmuster

Nimm deinen schönen Groove sowie dein Tempo und kombiniere es kreativ mit kleinen Begleitmustern. Beispielsweise kannst du 8tel-Noten in dein Begleitmuster mit aufnehmen. Wenn du dich mit dem Wechseln zwischen zwei Akkorden schon sicher fühlst, kannst du dir auch eine Akkordverbindung überlegen, die aus vier Stufenakkorden besteht. Um einen fertigen Song zu kreieren, kannst du dir auch noch eine Struktur für deine Komposition überlegen. Um mit dem Song zu beginnen, eignet sich ein Intro. Anschließend denkst du dir eine Melodie für eine Strophe (auch Verse genannt) aus und eine einprägsame Melodie für den Refrain, welcher oft auch Chorus genannt wird. Du kannst dir den Ablauf deines eigenen Stückes auch aufschreiben. Dies könnte zum Beispiel so aussehen:

Intro – Strophe – Refrain – Strophe – Refrain (2x) – Outro

Wie du deine Kreativität im Detail leicht anzapfen kannst und deine eigenen Piano-Songs komponieren kannst, erkläre ich dir im Kurs PianoSongwriting. Dort erkläre ich dir ganz genau, wie du an das Songwriting von eigenen Klavierstücken herangehen kannst.

Falls du bereits etwas Erfahrung hast, kannst du auch ausprobieren, wahllos Akkorde zu spielen, ganz ohne Struktur und ohne dich an die Stufenakkorde der jeweiligen Tonart zu halten. Auch hierbei kannst du einzelne Melodien mitspielen und hören, ob sich musikalische Phrasen entwickeln, die dir besonders gut gefallen.

Wie du ein noch tieferes Verständnis dafür bekommst, wie du von der Idee zum fertigen Song kommst, erfährst du im Kurs Chords&Scales. Dort lernst du die gängige Harmonielehre im Bereich Jazz- und Popularmusik. Oder du nutzt unseren beliebten interaktiven Kurs PianoStarter 1, falls du noch keinerlei Vorkenntnisse hast. Da wirst du durch alle Themen durchgeführt mit unter anderem 13 Stunden Lehrmaterial. Lade einmal im Monat ein Video von deinem Spiel hoch und du bekommst dazu Feedback von uns.

Unten kannst du dich für eine kostenlose Probelektion registrieren und sofort loslegen. Viel Spass!

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