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Zur Tonleiter gibt es oft viele Fragen. Zum Beispiel: „Was ist eine Dur Pentatonik?“ oder „Ist eine C Dur Tonleiter Klavier das gleiche wie eine C Dur Tonleiter Gitarre?“ – Sie bildet den Grundpfeiler unserer westlichen Musik. Auf ihr basieren alle Popsongs, Jazz-Standards und klassische Werke der Klaviermusik. Im Blog erkläre ich ein paar interessante Fakten dazu. Lies dich einfach mal durch. Es lohnt sich 🙂

Egal, ob du singen oder Klavier spielen willst, die Dur-Tonleiter sollte dir ein Begriff sein.1. Versuche, eine Tonleiter zu singen.

Am Anfang frage ich meine Schüler immer, ob sie mal probieren möchten, eine Tonleiter zu singen. Dabei ist es egal, mit welchem Ton du beginnst. Mach es einfach mal. Ich kann dir schon jetzt zu 100 % sagen, dass du eine Dur Tonleiter singen wirst. Bis jetzt habe ich noch niemanden getroffen, der irgendeine andere gesungen hätte. Warum ist das so?

2. Wie die Dur Tonleiter unser Gehör prägt

Die oben erwähnte Besonderheit beruht auf einer ganz einfachen Erklärung: Wir sind alle mit derselben Musik aufgewachsen. Dabei ist es egal, ob es sich konkret um

  • Schlager,
  • Volkslieder,
  • Popsongs,
  • Jazz-Standards
  • oder klassische Musik handelt.

Denn all diesen Stilen liegt die Dur Tonleiter zugrunde. Unser Gehör ist förmlich darauf getrimmt – es sei denn, du bist in der Türkei, in Indien oder Saudi-Arabien aufgewachsen. Dies sind nur ein paar Beispiele von Ländern mit einer anderen musikalischen Kultur. Weitere findet man im Fernen Osten. Hast du das gewusst? Ich finde es total interessant 🙂

3. Welche Taktarten sind in anderen Kulturkreisen gebräuchlich?

Wie die Dur Tonleiter gehört auch der 4/4-Takt zu unserer westlich geprägten Kultur. Auch den 6/8-Takte oder den 3/4-Takt kennen die meisten. Doch wie sieht es z. B. in Ungarn aus? Dort ist ein 7/8-Takt gang und gäbe – und auch das Tonmaterial ist ein anderes. In Indien wiederum kennt man nicht wie bei uns nur 12 Halbtonschritte, sondern es gibt dazwischen noch Töne, die sich nach unserem Schema nicht zuordnen lassen Welches soziokulturelle Umfeld du hast, hängt davon ab, wo du aufwächst – und davon wirst du auch musikalisch geprägt und entwickelst andere Hörgewohnheiten. Deswegen klingt die Musik aus fremden Kulturen auch so anders. Sie entspricht nicht unseren Prägungen. Das ist total spannend. Hör dir einfach mal ein paar Beispiele an und teste es selbst aus 🙂

4. Die Formel der Dur Tonleiter

Ohne darüber nachzudenken, singen alle Menschen unseres Kulturkreises die Dur Tonleiter folgenderweise: Sie besteht aus einer Abfolge von unterschiedlichen Abständen, die sich stets so verhalten:
GanztonGanztonHalbtonGanztonGanztonGanztonHalbton. Bildlich betrachtet sieht das so aus:

Dies sind die Schritte einer C-Dur-Tonleiter.

Zunächst einmal gibt es Halb- und Ganztonschritte. Wir haben also zwischen dem dritten und vierten, sowie zwischen dem siebten und achten Ton einen halben Ton, auch Halbtonschritt genannt. Dort befindet sich auch zwischen den weißen Tasten keine schwarze Taste. Der achte Ton ist wiederum der Grundton, nur eben eine Oktave höher. Dann wiederholen sich die Abfolgen über die restliche Tastatur. Es ist immer das Gleiche. In der Regel wird all dies zunächst am Beispiel der Tonart C Dur erklärt. Das ist vor allem für Pianisten am einfachsten, da sich diese Töne alle ausschließlich auf den weißen Tasten befinden.

5. Gibt es Dur Tonleitern auch in anderen Tonarten?

Ja, natürlich. Da wir insgesamt 12 Töne zur Verfügung haben, kann jeder Ton der Grundton sein. Somit gibt es 12 verschiedene Tonarten und dementsprechend auch 12 verschiedene Dur Tonleitern. Die oben erwähnte Formel bleibt jedoch immer dieselbe. Ganz unten hab ich alle aufgezählt.
Im Kurs Chords&Scales erkläre ich das alles sehr ausführlich – natürlich mit anschaulichen Beispielen – direkt am Klavier. Wir machen mehr als nur Noten lesen lernen. Mein Ziel ist es, dass du das auch wirklich verstehst.

6. Wie verhält es sich mit traurigen Liedern?

Die natürliche Moll Tonleiter stellt die sogenannte Moll Parallele dar. Bei der Tonleiter C Dur verhält es sich wie folgt:
Die Dur Tonleiter beginnt beim Ton C:
c – d – e – f – g – a – b – c

Die parallele Moll Tonleiter ist nichts anderes als eine C Dur Tonleiter, nur mit einem anderen Anfangston:
a – b – c – d – e – f – g – a

Somit haben wir dieselben Töne wieder – auf dem Klavier alles weiße Tasten – aber ihre Anordnung ist unterschiedlich. Man erhält a Moll. Jeder andere Ton kann natürlich ebenso als Grundton fungieren. Dann sprechen wir von den sogenannten Kirchentonarten – oder auf Englisch „modes“. Es gibt auch die chromatische Tonleiter.
Die gesamte Popmusik baut auf diesem System auf. Im Kurs PianoSongwriting erkläre ich sehr anschaulich, wie man das diatonische System korrekt anwendet und eigene Songs komponiert. Sollten trotzdem Fragen bestehen, kannst du mich jederzeit über verschiedene Kanäle erreichen. Ich stelle meinen Schülern viele Möglichkeiten der Interaktion zur Verfügung. Wenn dir das alles erst mal zu komplex erscheint, dann starte doch einfach erst einmal mit unserem PianoStarter 1. Hier fangen wir ganz langsam ganz von vorne an 🙂

7. Liste von allen Dur und Moll Tonleitern

Der Vollständigkeit halber möchte ich euch noch aufzählen, welche Dur und Moll Tonleiter zusammengehören 🙂

  • C Dur Tonleiter, parallele Molltonleiter: A Moll
  • Db Dur Tonleiter / Bb Moll Tonleiter
  • D Dur Tonleiter / B Moll Tonleiter (wir benutzen dabei die internationale Bezeichnung)
  • Eb Dur Tonleiter / C Moll Tonleiter
  • E Dur Tonleiter / C# Moll Tonleiter
  • F Dur Tonleiter / D Moll Tonleiter
  • F# Dur Tonleiter / D# Moll Tonleiter
  • G Dur Tonleiter / E Moll Tonleiter
  • Ab Dur Tonleiter / F Moll Tonleiter
  • A Dur Tonleiter / F# Moll Tonleiter
  • Bb Dur Tonleiter / G Moll Tonleiter
  • B Dur Tonleiter / G# Moll Tonleiter

 

Da Frage nun bei allen Einsteigern? Muss man diese Tonleitern alle beherrschen? Ja und nein. Ich empfehle zunächst das Klavierspiel nur in C-Dur zu erlernen. Da hat’s schon alle Tonleitern drin (sog. Modes). Sobald du die Prinzipien verstanden hast, wie das System funktioniert, kannst du es leicht in allen anderen Tonarten übertragen. Natürlich muss man es auch noch üben, doch du beginnst dann nicht mehr bei Null, sondern kannst auf vorhandenes Wissen zugreifen.

 

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