Klavier üben – Tipps & Tricks

Nur wer korrekt übt, wird langfristig erfolgreich das Klavierspiel meistern und genießen können. Hier findest du Hilfestellung wie du besser üben kannst am Piano. Unterhalb dieses Blogs sind weitere Blogs aufgelistet alle zum Thema “Klavier üben".

Nur wer korrekt übt, wird langfristig erfolgreich das Klavierspiel meistern und genießen können. Hier findest du Hilfestellung wie du besser üben kannst am Piano. Unterhalb dieses Blogs sind weitere Blogs aufgelistet alle zum Thema “Klavier üben".

Was nur wenige wissen: Auch das richtige „Klavier üben“ muss man lernen.

Denn üben ist nicht nur einfach üben. Die meisten verstehen unter “Klavier üben" etwas mühsames, was man noch zu erledigen hat oder tun sollte. Wenn ich solche Rückmeldungen höre, dann stelle ich rasch fest: die Schüler genießen den Prozess des Übens gar nicht, sondern prügeln sich irgendwie ans Piano.

Genau hier beginnt das eigentliche Klavier Abenteuer: die Zapiano® Methode umfasst 35 Arten, wie du üben kannst. Dabei ist nicht nur das Stück im Vordergrund, sondern auch alles drumherum. Denn Klavier spielen ist ja mehr als nur Tasten drücken. Und so gestalten wir den Übe Prozess möglichst interessant und ganzheitlich. Dabei spielt auch das Instrument eine Rolle: Ein akustisches Klavier bietet ein anderes Spielgefühl als moderne Digital Pianos, die digitale Präzision mit möglichst viel analoge Wärme im Klang verbinden. Welcher Klavier- oder Keyboardtyp zu dir passt, hängt dabei auch von deinen persönlichen Anforderungen ab.

Wenn du einem begnadeten Pianisten zuhörst, dann wird dieser auf jeden Fall das Üben für sich so kultiviert haben, dass es für ihn nicht mehr “mühsam" ist, sondern bereichernd. Nur dann kann er seine Emotionen reinbringen und andere berühren. Genau das wünsche ich dir auch.

Klavier üben muss man lernen

Hast du deine Ziele korrekt gesteckt?

Bei den meisten Erwachsenen ist zu beobachten, dass sie sich falsche Ziele gesetzt haben. Denn Inspiration, ein Stück spielen zu können und ein Ziel zu haben sind unterschiedliche Dinge.

Wenn du noch am Anfang stehst und unbedingt das Stück spielen möchtest, welches dir so gut gefällt, weißt du noch nicht, worauf du dich einlässt. Ein Stück besteht immer aus den Komponenten Harmonik, Melodik und Rhythmik. Das sagt dir vermutlich jetzt noch nicht viel. Doch je mehr du darüber weißt und verinnerlicht hast, desto rascher kannst du ein Stück spielen. Angenommen das Stück, das du spielen möchtest ist:

  • in der Tonart A-Dur
  • hat 1-5-10 Arpeggios
  • 16-tel Synkopen
  • chromatische Nachbartöne
  • etc.

sagt dir das vermutlich alles noch nichts. Die meisten gehen dann so vor, dass sie sich die Noten irgendwo herunterladen und dann probieren, Taste für Taste zu spielen. Dieses Vorgehen führt in 99,9% aller Fälle zu großem Frust. Denn die Erfolgserlebnisse sind äußerst bescheiden und das Wichtigste: nach 2 Wochen hast du alles wieder vergessen.

Das meine ich mit falschen Zielen setzen. Gerade am Anfang helfen einfache Orientierungspunkte. Das mittlere C ist dafür ideal: Wenn du das mittlere C sicher auf der Tastatur findest, fällt dir die Orientierung leichter und du baust Schritt für Schritt musikalisches Verständnis auf. So kannst du dich schneller auf der Tastatur zurechtfinden.

In der Zapiano erfährst du hier, ich habe extra ein Live Piano Coaching zu diesem Thema gemacht.

Alle Abkürzungen sind Umwege

Ich muss dir leider mitteilen: Abkürzungen gibt es nicht.

Auch wenn du im Internet noch so verlockende Angebote siehst mit Titeln wie: “In 30 Minuten xy lernen", “In 10 Minuten sofort… “, “Garantiert jeden Song spielen… “: Das ist alles nur Marketinggeschwätz und ist fernab jeglicher Realität. Auch ein einzelnes Video Tutorial ersetzt keinen strukturierten Übeprozess. Dasselbe gilt für eine Klavier-Lern-App.

Niemand kann dir sagen, wie lange du hast, um etwas zu verinnerlichen. Dafür bist nur du verantwortlich.

Das Einzige, was du tun kannst, ist die Zeit am Klavier, also beim Klavier üben, möglichst kreativ und abwechslungsreich zu gestalten. Dann wirst du automatisch Freude haben, wenn du kleine Erfolgserlebnisse siehst, und automatisch gerne üben.

Wer gerne Klavier übt, für den ist eigentlich die größte Hürde geschafft. Alles andere sind nur noch Nebenschauplätze.

Häufig wirkt sich etwas, das man für eine Abkürzung beim Üben hielt, beim Lernen sogar kontraproduktiv aus und entpuppt sich später als Umweg. Übst du Dinge zu hastig ein, dann sitzen sie nicht richtig, werden dir aber anderswo wieder begegnen. Und solche „Begegnungen“ sind ärgerlich, denn die Korrektur falsch eingeübter Bewegungsabläufe ist ziemlich mühsam.

Die Trial & Error Falle

Dieses Kapitel zu schreiben ist für mich etwas seltsam, denn es erinnert mich daran, dass auch ich nicht mehr 20 Jahre alt bin. Hat es dich früher auch genervt, wenn ältere Leute dir von früher erzählt haben? Das erging wohl den meisten von uns so. Dass früher alles anders und besser war, wissen ja nur solche, die eine vage Erinnerung an diese Zeit haben….

Was ich dir jetzt jedoch mitteilen möchte, ist keineswegs eine vage Erinnerung, sondern schlichtweg meine Erfahrung aus 25-jähriger Unterrichtserfahrung.

Wer noch ohne Smartphone aufgewachsen ist, für wen E-Mail etwas Geheimnisvolles und Computer sowieso suspekt waren, der hat einen entscheidenden Vorteil: er weiß, dass man sich Fähigkeiten erarbeiten muss. Für denjenigen ist das eine Selbstverständlichkeit.

Jüngere Generationen, wie die Digital Natives, haben einen anderen Zugang, wenn es um Neues geht. Sie sind es gewohnt, schnell etwas gratis herunterzuladen und dann einfach auszuprobieren. Die Benutzerfreundlichkeit muss natürlich ideal sein, so ist die Lernkurve nach ein paar Trial & Error-Versuchen schon wieder vergessen. Man „kann“ es einfach nach kurzer Zeit. Eine App bedienen, eine Funktion auschecken, ein Plugin verändern – dies geschieht immer ohne vorher ein Handbuch oder eine Anleitung gelesen zu haben. Und wenn man nicht mehr weiter weiß, dann wissen Google & Co. immer Rat. Einerseits ist es ein Vorteil, dass die jüngeren Leute wissen, wie man möglichst rasch zu den gesuchten Informationen kommt.

Doch da gibt es auch einen Haken: beim Klavierspielen lernen ist dieses Vorgehen höchst schädlich. Wenn du ans Klavier gehst, ein bisschen klimperst, da ein paar Töne, da ein Lick (Ein Lick ist eine improvisierte Melodie, die sich immer wieder verwenden lässt)… dann passiert folgendes:

Dein Verstand gewöhnt sich daran, dass du NICHTS fehlerfrei spielen musst.

Es ist ja immer nur ein Ausprobieren. So wirst du grosse Mühe haben, etwas mal wirklich korrekt zu spielen.

Ich spiele öfters auf Hochzeiten. Ich mache das gerne, denn ich finde, es ist etwas Schönes, wenn zwei Menschen sich füreinander entscheiden. Stelle dir vor, die Braut kommt durch den Mittelgang, wo der Bräutigam auf sie wartet. In diesem Moment beginne ich ein Stück, bei dem ich nicht mehr sicher bin, ob ich es von Beginn weg kann. Nun, ich starte einfach mal. Nach dem fünften Durchgang bin ich mir sicher, dass ich es jetzt fehlerfrei spielen könnte….

Das Brautpaar und alle Anwesenden würden mich ungläubig anstarren.

“Sei dir bewusst, dass Trial & Error am Klavier nicht funktioniert – es ist sogar höchst schädlich”.

Ganz egal, ob du später vor Publikum spielen möchtest oder nicht. Sei während des Spielens immer konzentriert. Wenn du etwas übst, dann übe nur genau das. Hierbei darfst du Fehler machen – das gehört dazu. (Vergleiche auch „Üben & Spielen verwechseln“) Bevor du in die Tasten greifst, stelle dich mental darauf ein, wie sich dein Klavierspiel anhören wird. Versuche das Resultat schon vorher mit deinem inneren Ohr zu hören. Stelle dir die Bewegungen deiner Finger und Hände bildlich vor. Und dann beginne zu spielen. Dann sind dein Verstand, dein Körper und auch dein Herz eins.

Deine Konzentration & dein Fokus

Vielfach möchten wir die Dinge einfach beherrschen, ohne wenn und aber. Das hat zur Folge, dass du dich in ein Thema (ein Stück, eine Übung etc.) so verbeißt, dass du gar nicht merkst, dass dein Verstand längst ermüdet ist und du gar nichts mehr aufnehmen kannst.

Das passiert vielfach, wenn du ein Stück sehr lange übst und du plötzlich nur noch Fehler spielst. Obwohl es gestern ja noch ging! Dein Verstand braucht Zeit, um das Geübte zu verarbeiten.

Wenn ich von Konzentration spreche, dann meine ich damit deine Aufmerksamkeitsspanne – wie hoch und vor allem wie lange ist diese? Das kannst nur du für dich herausfinden. Am Besten legst du während des Übens alle Störquellen beiseite (ja damit ist das Kästchen gemeint, das ständig piept… äh… ein Smartphone… ;) und probierst, ganz in das Thema einzutauchen. Bei Digital Pianos kann das Üben mit Kopfhörern zusätzlich helfen, dich ganz auf dein Spiel zu konzentrieren. Egal ob es ein Stück ist, eine Blattlese Übung, Unabhängigkeit der Hände… was auch immer. Das ist dann der Fokus.

Du konzentrierst dich also eine gewisse Zeit und fokussierst dich auf ein Thema. Nicht auf alles, das würde dich überfordern und viel rascher ermüden.

Dann widmest du dich dem Thema so lange, bis es easy wird. Und das heißt jetzt nicht, dass du dies am Stück machst. Sondern du hast deine Übe Sessions über die Woche verteilt und tauchst dann immer wieder ein.

Merke: Das bedeutet, dass du auf Zeit übst und nicht auf Resultat. Das Resultat wird dann automatisch (und viel rascher) kommen, als du denkst.

Deine Konzentration und dein Fokus bestimmt die Dauer beim Klavier üben

Klavier üben vs. Klavier spielen

Unterteile deine Zeit immer in Klavier üben und Klavier spielen. Die meisten werden sich jetzt fragen, ja warum ist das so wichtig?Es ist ein ganz entscheidender Punkt:

  • beim Klavier üben spielst du Dinge,gespielter Fehler eine Millisekunde, dein Verstand muss jedoch lernen nicht an dem Fehler festzuhalten, denn du gibst dich dem Fluss der Musik hin. Nichts anderes. Wenn du einen kleinen Fehler spielst und dann einfach so tust als wär nix gewesen und weiter spielst, wird auch kaum jemand etwas bemerken. Oder schon vergessen haben.

Stell dir vor du würdest bei jedem Fehler ausrufen und diesen dann korrigieren? Und das öffentlich? Dabei spielt es keine Rolle, ob du vor Freunden was zum Besten gibst oder gegen Gage öffentlich auftrittst.

Der Mechanismus ist derselbe: du korrigierst keine Fehler und spielst weiter.

Am Besten hast du eine Aufnahme von deinem Spiel oder merkst dir, wo du Fehler gespielt hast. Viele Digital Pianos bieten dafür eine Aufnahmefunktion. Dann kannst du diese bei der nächsten Übe Session sehr konkret angehen und solange üben, bis es easy wird.

Klavier üben vs. Klavier spielen

Sei ganz im Moment

Das hört sich jetzt irgendwie esoterisch an, hat aber durchaus seine Berechtigung. Wenn du dich konstant mit jemand anderem oder mit einem Video, das du gesehen hast, vergleichst, bist du nicht im Moment.

Oder du stellst dir konstant vor, wie du das Stück dann einmal perfekt spielen wirst. Und vergleichst dies mit deinem IST-Zustand. Dann schwelgt dein Verstand in der Zukunft und beginnt zu vergleichen.

Damit bist du nicht allein. Ich habe genug lange Erwachsene unterrichtet und gesehen, wie schwierig es für die Meisten ist, einfach im Moment zu bleiben. Ich habe zu diesem Thema ein Live Piano Coaching gemacht, es heißt “In der Ruhe liegt die Kraft" – schau dir das an, das hat an sich gar nichts mit Klavier spielen zu tun. Und doch ist genau dies ein entscheidender Faktor, wenn’s darum geht, eines Tages entspannt und locker Klavier spielen zu können.

Hier unten siehst du noch weitere Blogs zum Thema Klavier üben. Die beschriebenen Übeprinzipien gelten unabhängig davon, ob du auf Digital Pianos oder einem anderen geeigneten Instrument spielst. Ich hoffe, du kannst einen Nutzen daraus ziehen und entwickelst eine Freude am Prozess des Klavier Übens. Viel Erfolg!

Stell dir vor du würdest bei jedem Fehler ausrufen und diesen dann korrigieren? Und das öffentlich? Dabei spielt es keine Rolle, ob du vor Freunden was zum Besten gibst oder gegen Gage öffentlich auftrittst.

Der Mechanismus ist derselbe: du korrigierst keine Fehler und spielst weiter.

Am Besten hast du eine Aufnahme von deinem Spiel oder merkst dir, wo du Fehler gespielt hast. Viele Digital Pianos bieten dafür eine Aufnahmefunktion. Dann kannst du diese bei der nächsten Übe Session sehr konkret angehen und solange üben, bis es easy wird.

Sei ganz im Moment

Das hört sich jetzt irgendwie esoterisch an, hat aber durchaus seine Berechtigung. Wenn du dich konstant mit jemand anderem oder mit einem Video, das du gesehen hast, vergleichst, bist du nicht im Moment.

Oder du stellst dir konstant vor, wie du das Stück dann einmal perfekt spielen wirst. Und vergleichst dies mit deinem IST-Zustand. Dann schwelgt dein Verstand in der Zukunft und beginnt zu vergleichen.

Damit bist du nicht allein. Ich habe genug lange Erwachsene unterrichtet und gesehen, wie schwierig es für die Meisten ist, einfach im Moment zu bleiben. Ich habe zu diesem Thema ein Live Piano Coaching gemacht, es heißt “In der Ruhe liegt die Kraft" – schau dir das an, das hat an sich gar nichts mit Klavier spielen zu tun. Und doch ist genau dies ein entscheidender Faktor, wenn’s darum geht, eines Tages entspannt und locker Klavier spielen zu können.

Hier unten siehst du noch weitere Blogs zum Thema Klavier üben. Die beschriebenen Übeprinzipien gelten unabhängig davon, ob du auf Digital Pianos oder einem anderen geeigneten Instrument spielst. Ich hoffe, du kannst einen Nutzen daraus ziehen und entwickelst eine Freude am Prozess des Klavier Übens. Viel Erfolg!

Bewertet uns
0 / 5 Stimmen 11

Your page rank:

Was macht eigentlich das rechte Pedal – Piano Tutorial für Anfänger auf Zapiano®

Was macht eigentlich das rechte Pedal

Wozu ist eigentlich das rechte Pedal da? Ich zeige es dir. Wenn du Harmonien spielst – also Akkorde, das ist ein Synonym und bedeutet dasselbe – und dabei das Pedal… Continue reading Was macht eigentlich das rechte Pedal

mehr
Die ultimative Fingerübung extra für Anfänger – Piano Tutorial für Anfänger auf Zapiano®

Die ultimative Fingerübung extra für Anfänger

Heute zeige ich dir meine Lieblings-Fingerübung, speziell für Klavieranfänger. Du legst einfach deine Hand auf die fünf Töne von C bis G und spielst diese nacheinander nach oben. Das ist… Continue reading Die ultimative Fingerübung extra für Anfänger

mehr
Kein Taktgefühl - diese 5 Dinge helfen sofort

Kein Taktgefühl? – diese 5 Dinge helfen sofort

Transkript des Videos: Herzlich willkommen zu diesem Video. Mein Name ist Sven Haefliger, ich bin der Gründer von Zapiano®. Es geht ums Klavierspielen, es geht nicht um Body Percussion, aber… Continue reading Kein Taktgefühl? – diese 5 Dinge helfen sofort

mehr
Von Beginn weg beidhändig spielen – so geht’s! – Piano Tutorial für Anfänger auf Zapiano®

Von Beginn weg beidhändig spielen – so geht’s!

Also, du stehst noch ganz am Anfang, und das Wichtigste ist jetzt, dass du einfache Dinge lernst zu spielen, die sich aber absolut korrekt und gut anhören. Dabei ist es… Continue reading Von Beginn weg beidhändig spielen – so geht’s!

mehr
Einfacher Trick, um dein Klavierspiel ausgewogen zu gestalten – Piano Tutorial für Anfänger auf Zapiano®

Einfacher Trick, um dein Klavierspiel ausgewogen zu gestalten

Vermutlich kennst auch du das: Wenn du am Klavier sitzt und spielst, hast du oft das Gefühl, die linke Hand ist zu laut und die rechte Hand zu leise. Das… Continue reading Einfacher Trick, um dein Klavierspiel ausgewogen zu gestalten

mehr
Du kannst das Klavier lernen mit pdf mit Zapiano® mal ausprobieren.

Klavier lernen – PDF zum Herunterladen

Verschaff dir einen Überblick und lade am Besten gleich das CheatSheet herunter. Es beinhaltet das erste Modul des “Piano Starter 1″ Kurses. Du wirst gleich erkennen wie detailliert und vor… Continue reading Klavier lernen – PDF zum Herunterladen

mehr