Die Magie des Jazz Standards: „The Nearness of You“ – „The Nearness of You“ ist ein zeitloser Jazzstandard, der von Hoagy Carmichael geschrieben und 1938 veröffentlicht wurde. Mit seinem gefühlvollen Text und einer eingängigen Melodie hat sich der Song in das Repertoire zahlreicher Musiker eingeprägt und bleibt bis heute ein Favorit unter Jazzliebhabern. Schon nur aus diesem Grund allein ist es unverzichtbar, “The nearness of you" auf dem Piano zu lernen.
Lade hier die Noten zu diesem Auszug herunter
“The nearness of you": Transkription des Videos
Herzlich willkommen zum Stück „The Nearness Of You“, eine wunderschöne Jazz-Ballade, die vermutlich fast jeder noch kennt. Und gerade dann, wenn du sagst: „Hey, ich würde mich gerne ein bisschen dem Jazz-Piano annähern, aber wo soll ich beginnen?", dann habe ich extra für dich hier in diesem Tutorial dieses Stück so aufbereitet. Ich habe es auf eine sehr einfache Art und Weise arrangiert und ich erkläre dir in der Art und Weise, wie ich die Dinge erkläre – gemäß der Zapiano®Methode – wie du zu diesem Arrangement kommst und wie du es möglichst musikalisch umsetzen kannst.
Mein Name ist Sven Haefliger und ich bin der Gründer von Zapiano®. Wenn dich das interessiert, dann würde ich dir den Kurs Jazz Standards empfehlen. Da warten dann nebst diesem ganzen Arrangement auch noch neun andere sehr bekannte Jazz-Standards, die ich einfach für dich aufbereitet habe und die ich dir erkläre. Jetzt würde ich dir empfehlen, dass du hier unten das Notenmaterial herunterlädst und dann macht alles Sinn, was ich dir danach jetzt in diesem Video zeige. Bevor wir die Details jetzt miteinander anschauen, möchte ich dich einladen, dass du nochmals einen Schritt zurück machst und wir schauen uns zunächst einmal nur die Tonart an.
Was haben wir denn für eine Tonart?
Es ist F-Dur. Und ich empfehle meinen Schülern immer, dass sie zunächst immer vom Groben ins Detail gehen, niemals umgekehrt. Dann kannst du sicher sein, dass die Dinge, die du so lernst, dass du sie auch später wirklich verstehst, hörst und auch spielen kannst am Schluss. Das ist wirklich nachhaltig. Also, wenn ich das jetzt anschaue, da haben wir F-Dur drin und F-Dur, der sagt einfach, okay, ich habe ein B♭ drin und sonst habe ich weiße Tasten und die F-Dur-Tonleiter, die würde jetzt so ausschauen.
Nebst der Tonleiter haben wir natürlich auch gewisse Akkorde, die zu dieser Tonart passen. Und wenn ich das jetzt sehr einfach spielen würde in Form von Vierklängen, würde es so ausschauen. Ich habe hier den FMaj7, Gm7, Am7, B♭Maj7. Jetzt werde ich einfach die Hand wechseln hier. Dann habe ich den C7, Dm7, Emb5 und dann habe ich wieder den FMaj7. Ich habe nur die Grundstellung verwendet. Und jetzt fürs Verständnis, dass man sagt, okay, bei jedem Stück habe ich ja gewisse Akkordfolgen, die da immer wieder so erscheinen, in einer gewissen Reihenfolge. Und eine Reihenfolge, die immer wieder vorkommt bei allen Stücken, ist der Quart-oder Quint-Fall.
Wenn ich jetzt diese Stufenakkorde so spielen würde und ich gehe jetzt immer von einem Stufenakkord entweder eine Quarte nach oben oder eine Quinte nach unten – ist dasselbe –, dann krieg ich das. Und wenn ich nur schon diese Stufenakkorde jetzt hier in dieser Reihenfolge spiele, dann sagst du vermutlich: „Das kommt mir jetzt irgendwie bekannt vor. Rein vom Sound her.“ Genau, dann wieder zurück und dann wieder zu D. Wenn ich dir das gespielt habe, hast du gesagt: „Diese Akkordfolge habe ich schon irgendwo mal gehört. Und das ist immer so. Wir haben immer wieder diesen Quintfall, der kommt immer vor bei allen Stücken, egal, was für eine Stilistik du dir anschaust. Und ich empfehle meinen Schülern immer, dass sie die Tonart nehmen von diesem Stück und dann mal alle Stufenakkorden in dieser Reihenfolge spielen.
Das Notenblatt
Okay, das war es zur Einführung. Dann, wenn du das Notenblatt jetzt anschaust, ich habe dir die den ersten acht Takte da notiert, in einem sehr einfachen Arrangement hier. Und dann gehe ich folgendermaßen vor mit meinen Schülern, dass ich zunächst einmal nur die Basisakkorde anschaue, auch nur in der Grundstellung, dass man diese zunächst auch mal wirklich nur versteht. Wenn ich jetzt hier den ersten Akkord anschaue, habe ich ein FMaj7, dann habe ich einen Cm7, dann ein F7 und dann ein B♭Maj7
Und wenn ich das jetzt so anschaue, dann merke ich, okay, im zweiten Takt habe ich jetzt einen Akkord, der ist nicht … Also ich habe eigentlich zwei Akkorde, die kommen da nicht vor in diesen Stufenakkorden. Das ist eine sogenannte II-V-I-Verbindung. Das kommt sehr häufig vor im Jazz. Das ist eigentlich nichts anderes, als wenn ich hier den B♭Maj7 habe im dritten Takt, da erzeuge ich einfach vorher harmonisch gesehen noch mehr Spannung. Und da kann man zum Beispiel sagen: „Okay, ich mache eine Dominante davor. Das wäre dann der F7 und dann habe ich hier den B♭Maj7.
Und wenn ich da das noch ein bisschen abschwächen möchte, in diesem Sinn, dann habe ich hier noch einen Moll-Akkord und das ist dieses II-V-I. Ich benutze im Moment jetzt hier ganz bewusst nur Grundstellung. Es geht darum, dass du es nachvollziehen kannst und dass du es auch spielen kannst. Ich zeige dir jetzt nicht einfach, wie ich das spielen würde im Jazz. Das spielt gar keine Rolle. Es geht nur darum, dass du es nachvollziehen kannst. Der nächste Akkord, den B♭, vermindert. Haben wir so was. Hier hatte ich noch eine Septime, hätte ich B♭dim.
Einen Sieben, dann habe ich einen Am7, dann habe ich einen A♭7, dann habe ich einen Gm7, dann ein ein Csus4. Dann möchte ich ein bisschen was dazu sagen, dass wenn ich ein Am7 habe und dann geht es im nächsten Takt nach Gm7, da kann man auch nochmals Spannung erzeugen vorher. Ihr könntet da eine normale Dominante spielen. Ich könnte z. B. den D7 vorne ran stellen. Das habe ich aber gefunden, das ist ein bisschen … Hört sich dann ein bisschen plump an, wenn ich das so spielen würde. Und jetzt habe ich einfach folgendes gemacht: Ich habe eine sogenannte Tritonus-Substitution hinzugefügt.
Das bedeutet nichts anderes, als dass ich einen Dominant-Akkord spiele, einen Halbton höher als der Ziel-Akkord. Also wir haben hier Gm7 als Ziel-Akkord, ein Halbton höher ist hier Ab und hier habe ich einfach einen Dominantakkord. Also A♭7 und dann Gm7. Dann bei C7sus habe ich das ist so gewählt, das hört sich sehr schön an, vor allem bei einer Jazz-Ballade, dass ich die Dominant-Akkorde nicht immer so ausspiele in diesem Sinne. Das hört sich auch ein bisschen plump an und wenn man ein bisschen Farbe reinbringen möchte, dann macht man hier einfach einen Sus-Akkord, dann hört er sich so ein bisschen spannender an, ein bisschen romantischer auch für mein Gehör.
Das bedeutet nichts anderes, als dass ich einfach die Terz hier ersetzt habe und ich habe hier die Quarte gespielt, also die Vier. Und darum ist das ein Csus4. Dann geht es weiter. Dann habe ich eine II-V Am7, D7 und nochmals eine II-V Gm7, C7 und dann geht es wieder zurück. Okay, das waren jetzt nur die Grundstellungen von diesen acht Takten.
Stell sicher, dass du es wirklich verstehst, dass du spielen kannst und dass du die Akkorde auch laut aufsagen kannst, die du spielst. Denn wenn du dir das anschaust und du weißt, okay, das ist der Grundton, das ist der Moll-Akkord, das ist der 7-Akkord und Dom7, da habe ich hier den Grundton. Das ist enorm wichtig, dass du dein Verständnis kombinierst mit dem, was du siehst, dass du es dir noch laut aufsagst, dann kannst du sicher sein, dass es wirklich tief in dich reingeht, dass du es dann verinnerlicht hast. Und das ist immer das Ziel. Wenn du irgendetwas übst, dann mach das so einfach, dass du es verinnerlicht hast. Alles, was du verinnerlicht hast, hast du hier drin und du brauchst nicht mehr darüber nachzudenken. Das ist der Grund, warum gewisse Leute hingehen können, dass sie das einfach spielen können.
Das ist nicht so, weil die Leute extrem talentiert sind, sondern weil sie es korrekt geübt haben. Also ich gebe zum Schluss dann nach einem Beispiel. Okay, also wenn du du das jetzt hast, dann kombinieren wir jetzt dieses rein mechanische und verstandesmäßige Wissen mit dem Gehör. Du gehst jetzt hin und du summst , du singst – wenn du den Text kannst, noch besser – die Melodie dieses Stücks. Da sagst du vermutlich: „Ja, aber ich möchte Klavier spielen.“ Ja, schon. Aber wenn du das machst, dann kannst du sicher sein, dass wenn du später spielst dieses Stück, dass es sich auch musikalisch anhört und nicht wie ein Roboter, der irgendwas runterrattert.
Also, wenn ich das jetzt so habe, da sind die ersten Noten in diesem Stück. Und wenn ich das jetzt summe und nur die Grundstellung spiele, dann hört sich das so an: Ich möchte noch vormerken, ich selber bin kein Sänger. Ich habe auch nicht den Anspruch, jetzt meine Gesangskünstler zu demonstrieren, dass das irgendjemand gut findet oder so. Aber es geht darum, dass du merkst, okay, der Bezug von diesem Akkord und der Melodie, dass du das hörst und dass es reingeht bei dir. Also.
Und so weiter und so fort. Ich habe nichts anderes gemacht, als nur die Melodie gesungen, wie ich sie im Gehör gehabt habe, nicht so, wie sie in Not stehen. Es hat vermutlich leichte Abweichungen gegeben. Ich gehe, wenn ich so was spiele, im Jazz-Standard, dann gehe ich nicht akribisch hin und sage: „Oh, die Tonart, da muss man noch zählen und das ist dann so und so.“ Dann hört sich es nach Roboter an und nicht mehr nach Jazz. Also darum ist es so wichtig, dass du dir eine Aufnahme anhörst von diesem Stück. Du probierst, das einfach nach Gehör nachzusingen, zu summen und spielst die Akkorde mit, ohne irgendwie akribisch ins Detail zu gehen.
Denn so entwickelst du ein Gefühl für die Musik. Okay, dann, wenn das gut geht, dann schauen wir uns das Arrangement jetzt wirklich an. Du hast die Noten jetzt vor dir und ich konzentriere mich zunächst nur auf die linke Hand. Bei der linken Hand habe ich das so gemacht, dass ich es so arrangiert habe, dass ich jeweils den Grundton genommen habe, dann die Septime, oder den Grundton und die Terz. Und noch ein einfaches Gesetz: Wenn ich einen stehenden Maj7 Akkord habe, habe ich vielfach die Septime dann aufgelöst .
Oder ich hab sie verändert in die Sexte und das hört sich je nach Stück auch gut an. Also dann zunächst habe ich hier den FMaj7, geht es hier in die Sexte, Dann habe ich den Cm7, eins, kleine Septime, 1 Terz, B♭Maj7, die Sexte. Dann in diesem Arrangement habe ich das so beibehalten, dass diese Töne einfach nach unten gehen. Mit den Tönen hier oben ergibt sich dann wieder dieser Sound, dieser spezielle Sound. Dann habe ich ein Am7, A♭7, Gm7. Ich habe nur Grundton und Septime benutzt. Und dann habe ich hier den C, Csus, hier in dieser Art. Dann habe ich den Am7, D7, Gm7, C7.
Also immer wieder Grundton und Septime, Grundton und Terz. Gerade bei diesen II-V-Ketten eignet sich das sehr gut, dass sich das immer wieder abwechselt. Hört sich immer gut an und du kannst eigentlich nichts falsch machen in dem Moment. Also und jetzt kannst du nochmals hingehen. Du könntest die Melodie nochmals singen. So. Dann hast du das, was du da liest und so gelernt hast, nochmals kombiniert mit diesem sehr musikalischen Konzept, dass du es über das Gehör wahrnimmst, Und dann hast du das zusammen. Den Schritt lasse ich jetzt aus.
Haben wir vorhin schon gemacht. Jetzt werde ich mit der rechten Hand die Harmonie noch ergänzen. Du siehst im Notenblatt, alle Noten, die nach unten zeigen, wenn die Notenhälse nach unten zeigen, dann bedeutet das, das gehört zur Harmonie. Und dann habe ich jetzt nun so was. Jetzt habe ich hier den C, hier so stehen. Und jetzt, ab diesem Zeitpunkt, ist wichtig, dass du, wenn du das so akribisch in dem Moment anschaust – jetzt verlassen wir das ganze Gefühlsmäßige, jetzt geht’s über in den Verstand –, dass du sagst: „Okay, Grundton, große Septime, Quinte.“ Dann geht es weiter.
Grundton, kleine Septime, Terz. Dann habe ich F7, Grundton, Terz, kleine Septime. Dann habe ich B♭Maj7, Grundton, große Septime, große Terz, habe ich … Oh, schöner Sound. B♭, also Grundton. Das wäre jetzt dim7. Ja genau, das wäre dim7 hier in dem Moment. Und dann habe ich hier den Des hier. Das ist die kleine Terz da. Dann habe ich Am7, A♭7, Gm7, C7, Sus4. Dann geht es nach oben. Genau, ich bin jetzt relativ rasch durchgegangen durch die zweite Zeile, aber ich glaube, du hast das Konzept verstanden. Im Kurs Jazz Standards auf zapiano.com erkläre ich dann alles wirklich noch detaillierter und noch detaillierter.
Also noch mehr mit diesen ganzen Hintergrundinformationen, warum das was so ist. Aber es ist super wichtig, wenn du das langsam dir erarbeitest, dass du dir immer bewusst bist, was du wirklich spielst. Denn der Vorteil ist, wenn du das verstehst, kannst du auch einen Leadsheet vor dir haben und du kannst per sofort ein Arrangement draus machen, ohne dass dir jemand zeigt, wie das Ganze funktioniert, dass du das in Noten aufzuschreiben brauchst. Denn das ist das Verständnis, wenn du dieses verinnerlicht hast, dann steht dir eine Welt offen von mindestens einer Million Songs.
Okay. Und dann, am Schluss, würde ich jetzt sagen, werden wir eine Melodie hinzufügen und du merkst jetzt in der Art und Weise, wie ich unterrichte, ich beginne nicht mit der Melodie. Das ist das, was die eigentlich alle tun. Sie machen immer die Melodie und vergessen den ganzen Unterbau, was darunter liegt und der ganze musikalische Ansatz übers Gehör. Wenn du dich nur auf die Melodie fokussierst, dann kannst du sicher sein, dass das Ganze wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt. Das sind meistens die Leute, die sagen: „Na, zu Hause habe ich es noch gekonnt“, oder „Wo bin ich jetzt? Ich beginne noch mal von vorne.“
Ist immer so. Wenn du aber eine solide Basis hast zunächst über das harmonische Gerüst, über das Gehör, dann kann dir das fast nicht passieren, dass du da irgendwie herausfällst oder keine Ahnung mehr hast, wo du bist. Also, jetzt werde ich die Melodie hinzufügen. Mach es ganz langsam für dich. Genauso, wie es da geschrieben steht.
Genau. Ich habe es genauso gespielt, wie es hier steht. Und gerade dann wenn ich jetzt das zum ersten Mal spiele, dann muss ich doch ein bisschen auf die Fingersätze achten, gerade wenn ich da mit dem Daumen da gewisse Akkordtöne auch halte. Da habe ich zum Teil ein bisschen spezielle Fingersätze, die ich sonst eigentlich nicht verwenden würde, aber per se ist das die Definition halt einfach, wenn man so was spielt, dann achte ich darauf, dass die Harmonien wirklich gut tragen und dass die Melodie mit dem kleinen Finger, dem Ringfinger, gespielt wird und die sollte dann auch ein bisschen lauter gespielt werden als der Rest. Das wäre das Ziel.
Und gerade wenn ich jetzt das so lese, dann verzichte ich im Moment nochmals auf das genaue Time, denn es geht darum, das ein bisschen zu erforschen. Okay, wie funktioniert das? Wo sind die Fingersätze korrekt? Und wenn du es dann gut drin hast, dann kannst du dich auf die Time-Ebene konzentrieren, dass du sagst: „Okay, ich nehme das Metronomen zum Beispiel hinzu.“ Oder du kannst auch einfach das nach Gehör dazunehmen, so wie du es nach Gehör vorhin verinnerlicht hast. Dann hast du: It’s just a pale moon. Ich glaube, so ist der Text „pale moon that excites me, that thrill,…" So, jetzt bin ich ein bisschen herausgegangen. Ich habe es nicht mehr ganz genau nach Noten gespielt. Ich habe ein bisschen was hinzugedichtet, ein bisschen was, wo ich gesagt habe: „Das hört sich jetzt auch noch nett an und das ist auch erlaubt und erwünscht beim Jazz-Standard. Aber zunächst würd ich dir empfehlen, dass du es genau nach Noten lernst. Schauen wir im Kurs dann ganz detailliert an, auch mit diesen ganzen Fingersätzen noch. Und da kannst du sicher sein, dann hast du eine super solide Basis und wenn das gut geht, dann kannst du dann auch weiterfahren.
Aber ich würde dir immer empfehlen, dass du dir eine gute Basis erarbeitest, bevor du beginnst mit irgendwelchen Alterationen und „Oh, wie geht das?“ und „Was kann man da noch mal viel jazziger machen?“ Die meisten vergessen immer, dass da eine Basis drunter liegt und diese Basis, die musst du 120% beherrschen, bevor du weitergehst. Da gehe ich mal davon aus, das hast du jetzt. Und ich zeige dir jetzt einen coolen Trick, den ich jeweils anwende, wenn ich dieses Stück da live spiele. Also wenn ich von da an der zweiten Zeile so komme, habe ich …
Und jetzt habe ich hier die Möglichkeit … Da kann ich jetzt verschiedene Farbtöne hinzufügen. Da könnte ich zum Beispiel A, kleine Septime, nochmals Grundton. Dann habe ich hier den D, die Quarte, nochmals die kleine Septime. Oh, yeah. Jetzt beginnt das Jazz hier zu klingen. Dann habe ich ein D7 hier in der linken Hand, Grund und Terz, kleine Septime. Dann habe ich die B9#11 und kleine Septime wieder. Und jetzt achte ich darauf, dass ich den C einfach immer noch in der Melodie habe. Das könnte sich jetzt sehr spannend anhören. Oh, yeah.
Und da würde ich zum Beispiel jetzt die Terz mal weglassen. Einfach aus klanglichen Gründen, weil mir das gefällt. Ich habe jetzt sehr viele Verdoppelungen drin, aber es hört sich in diesem Kontext trotzdem für mich sehr schön an. Ich kann es so machen. Ja, so mal schauen. Ja, ist beides gut für mich. Also habe ich Grundton, Quinte, None hier drin, Quinte, nochmals Grundton, None und hier die Elf in der Melodie. Und dann … Ja, das ist nice. Ja, genau. Das würde ich jetzt in etwa so spielen. Also da habe ich Grundton, Terz, kleine Septime, #9, #5 und wieder Grundton hier oben.
Und für diejenigen, die es ja schon tiefer wissen, ich habe hier nichts anders als ein C7, mein A♭ über C7, einen Polychord habe ich da gespielt. Das hier ist nur ein A♭-Dreiklang und hier unten habe ich ein C7. Das ist schon ein C7 per Definition. Ich habe die Quint da außen vorgelassen, weil die Quint ein langweiliges Intervall ist im Jazz. Und da habe ich das. Und so habe ich dieses II-V jetzt plötzlich so gespielt. Hier habe ich nochmals diesen As, der passt hier eben auch sehr gut rein.
Yeah. Ich hoffe, das war aufschlussreich. Das, was ich dir am Schluss gezeigt habe, das musst du ja nicht unbedingt spielen. Das waren nur für diejenigen, die sagen: „Hey, ich möchte wissen, was funktioniert denn da und wie funktionieren diese ganzen Farbtöne? Was kann man alles machen?“ Also da gibt’s natürlich jenste Interpretationsmöglichkeiten. Wenn du noch eine Frage hast zu diesem Video, kannst du es da unten reinschreiben und sonst bedanke ich mich fürs Zuschauen. Ausprobieren. Ich hoffe, es hat dir weitergeholfen und ich wünsche dir ganz viel Erfolg dabei beim Spiel dieses Stücks.

“The nearness of you": Ursprung und Geschichte
Der Song wurde ursprünglich für den Film „To Have and Have Not“ geschrieben, in dem er von einer der Hauptfiguren gesungen wird. Die Kombination aus romantischem Text und melancholischer Melodie schafft eine Atmosphäre, die sowohl Sehnsucht als auch Freude ausdrückt. Carmichael, bekannt für seine Fähigkeit, Emotionen in Musik zu verwandeln, hat mit diesem Stück ein Meisterwerk geschaffen.
“The nearness of you": Text und Emotionen
Die Texte von „The Nearness of You“ sprechen von der tiefen Sehnsucht und der Intimität, die man mit einer geliebten Person empfindet. Zeilen wie „It’s not the material things that count“ verdeutlichen, dass es in der Liebe nicht um materielle Dinge geht, sondern um die Nähe und das Zusammensein. Diese universellen Themen machen den Song für viele Menschen nachvollziehbar und ansprechend.

Berühmte Interpretationen
Im Laufe der Jahre haben viele bekannte Künstler „The Nearness of You“ interpretiert. Von Nat King Cole über Ella Fitzgerald bis hin zu Norah Jones – jede Version bringt eine eigene Note in die Darbietung. Besonders Nat King Coles sanfte Stimme und sein einzigartiger Stil verleihen dem Stück eine unverwechselbare Wärme, während Ella Fitzgerald mit ihrer kraftvollen Stimmtechnik und Improvisationskunst eine ganz andere Dimension hinzufügt.
Musikalische Struktur
Musikalisch betrachtet ist „The Nearness of You“ ein hervorragendes Beispiel für die harmonische Komplexität des Jazz. Die Melodie bewegt sich durch interessante Akkordfolgen, die es den Musikern ermöglichen, kreativ zu improvisieren. Die einfache, aber einprägsame Struktur macht es sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Musiker leicht, sich mit dem Stück auseinanderzusetzen.
Fazit
„The Nearness of You“ ist mehr als nur ein Jazzstandard – es ist ein Lied, das Herzen berührt und Erinnerungen weckt. Dieser Song vermittelt stets ein Gefühl von Nähe und Verbundenheit. Egal, ob man es in einer intimen Jazzbar hört oder selbst spielt. In einer Welt, die oft hektisch und laut ist, bietet „The Nearness of You“ einen Moment der Ruhe und Reflexion. Einmal innehalten und über die Schönheit der Liebe und der menschlichen Beziehungen nachdenken.
Wenn du das nächste Mal in einer Jazzsession bist oder einfach nur einen ruhigen Abend mit Musik verbringen möchtest, lass dich von diesem Klassiker inspirieren. Die Magie des Jazz lebt in jedem Ton und jedem Wort – und „The Nearness of You“ ist da keine Ausnahme.

Anfänger am Klavier? Dann schau hier rein
Wenn “The nearness of you" noch etwas zu schwierig für dich ist und du lieber mit einfacheren Klavierstücken anfangen möchtest, dann empfehle ich dir meinen Einsteigerkurs Piano Starter 1. Hier lernen wir das ganzheitliche Klavierspiel von Grund auf Schritt für Schritt gemäß der Zapiano®Methode. Parallel zum Piano Starter 1 kannst du im Kurs Piano Starter 1 Songs einfache, aber sehr wohlklingende Klavierstücke spielen lernen.
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