Flügel

Der Flügel ist eine Bauform des Klaviers. Sein Korpus besteht u. a. aus dem die Saiten haltenden Rahmen und dem Resonanzboden und liegt waagerecht auf drei Beinen. Er erreicht mit diesen eine Gesamthöhe von rund 1 Meter. Die Flügelform war bereits beim Cembalo die Norm. Auf die andersartige Tonerzeugung spielt die Bezeichnung Kielflügel für das Cembalo an. Die geschwungene Korpusform ähnelt dem Flügel eines Flugtiers und gab dieser Klavierform den Namen. Am geraden Korpusende sind Klaviatur, Mechanik und Stimmstock untergebracht. Das Gehäuse ist oben mit einem Deckel abgedeckt, der sich aufklappen lässt, z. B. um den Schall besser auch nach oben austreten zu lassen; unten ist ein Flügel in der Regel ohnehin offen, Ausnahme sehr frühe Instrumente des 18. Jahrhunderts. Die Konstruktion, an der die Pedale angebracht sind, heißt „Lyra“, da ihre Form bei älteren Instrumenten dem gleichnamigen griechischen Saiteninstrument nachgebildet ist. Während die aufrechte Bauform des Klaviers, das Pianino, aus Platz- und Kostengründen vorwiegend in Privathaus und Schule zum Einsatz kommt, ist der bei größeren Längen klangstärkere und generell differenzierter spielbare Flügel das Instrument für den engagierten Amateur sowie für den professionellen und konzertanten Bereich. Die englische Bezeichnung für Flügel ist grand piano (großes Klavier) oder kurz grand. Die französische Bezeichnung lautet piano à queue („Klavier mit Schwanz”).