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Songanalyse – wie geht das? Ist das überhaupt wichtig? Ist das nur was für Akademiker? Verliert man dadurch das Gefühl fürs Musik machen?
 
In diesem Live Piano Coaching zeige ich dir, wie du ein Leadsheet rasch analysieren kannst. Dadurch entwickelst du innerhalb kürzester Zeit ein tieferes Verständnis für den Song. Dies hilft dir den Song später auswendig zu merken, darüber zu improvisieren und diesen nach Lust und Laune auch zu gestalten.
 
Du siehst eine Aufzeichnung vom 2. Dezember 2019.

Timeline

04:20 Start des Videos
04:40 Begrüßung, Vorstellung des Themas, News und hinter den Kulissen
07:50 Fragen und Kommentare der Zuhörer
08:40 Frage an die Zuhörer: „Was versteht ihr unter Songanalyse?“
08:55 Sven spielt ein Beispiel am Klavier.
10:45 Antworten der Zuhörer 
13:10 „Was ist Songanalyse?“ – Erklärung von Sven. Erster Schritt: Höre dir das Original an.
15:30 Songanalyse anhand des Beispiels „Blue Bossa“: Wie ist das Lied strukturiert?
20:30 Fragen und Kommentare der Zuhörer
21:25 Nächster Schritt in der Songanalyse: Was ist die Tonart?
22:50 Fragen und Kommentare der Zuhörer
23:40 Der nächste Schritt: Welche Akkorde werden verwendet?
24:50 Der nächste Schritt: Die Melodik
29:00 Erklärung der verschiedenen Arten von Tonleitern
32:15 Kommentare der Zuhörer
32:30 Weiteres Vorgehen in der Songanalyse
35:30 Sven spielt ein Beispiel am Klavier.
36:50 Fragen und Kommentare der Zuhörer
40:05 Songanalyse am Beispiel eines einfacheren Songs
42:05 „Warum muss ich Songs so genau analysieren?“ – Erklärung von Sven
43:10 Fragen und Kommentare der Zuhörer
45:05 Sven spielt eine improvisierte Version von „Blue Bossa“.
47:40 Fragen und Kommentare der Zuhörer
49:30 News und Verabschiedung

Dieses Live Piano Coaching ist eher für die Fortgeschrittenen unter euch. Viele von euch fragen mich immer wieder „Wie kann man einen Song analysieren?“. Daher lautet meine offene Frage am Anfang: „Was versteht ihr unter Songanalyse?“ Die Antworten der Zuhörer dazu sind:

  • Tonarten bestimmen,
  • typische Akkorde und Intervalle identifizieren,
  • harmonische Struktur verstehen,
  • den Song zerteilen, um in einzelnen Schritten zu arbeiten,
  • Taktart und Rhythmus eines Songs aufschlüsseln,
  • Melodie erarbeiten,
  • tiefste und höchste Töne identifizieren.

Diese Antworten sind alle korrekt 🙂 Ich möchte euch gerne erzählen, welches Vorgehen ich selbst bei der Songanalyse empfehle.

Songanalyse: aktives und passives Zuhören

Im Kurs PopSongs habe ich für euch einen umfänglichen Leitfaden bereitgestellt. Da erkläre ich, wie man sich einen Song erarbeiten kann. Die Zapiano®Club Mitglieder haben auf diesen Kurs bereits Zugriff. Nächstes Jahr werde ich diesen auch einzeln launchen. Was wir dort schon lernen ist Folgendes: Bevor man irgendetwas anderes macht, sollte man sich zuerst das Stück einmal anhören. Da gibt es das passive und aktive Hören. Beim passiven Hören kannst du z. B. nebenher joggen oder Hausarbeit machen. Du bekommst die Stimmung des Songs mit. Passives Hören ist sehr wichtig, damit du den Song nicht nur auf intellektuelle Weise wahrnimmst. Beim aktiven Hören dann hörst du wirklich genau hin. Du kannst schon die Taktart herauszuhören und ein bisschen mit der Analyse anfangen.

Struktur hereinbringen für eine gute Songanalyse

Wenn ich die Musiknoten vor mir habe, schaue ich mir erst einmal die Form an. Möglicherweise ist die Musik so notiert, dass es nicht korrekt ist. Da dürft ihr durchaus kritisch sein. Auf dem von mir im Video gezeigten Notenblatt ist folgendes falsch: In der Regel ist Musik so strukturiert, dass man sie in Vierer-Pakete einteilen kann. Alles ergibt sofort Sinn. Es stellt sich einem ganz einfach dar und man kann es sich sofort merken. Aus irgend einem Grund machen das viele Verlage nicht. Die Vierer-Pakete erscheinen nicht in einer Zeile. Es ist nicht so übersichtlich, wie es sein könnte. Aber okay. Wir müssen also selbst Struktur hereinbringen. Ich sage euch das deshalb, damit ihr es einfach wisst und euch von diesem Unding nicht demotivieren lässt. Bringt dann einfach selbst die Struktur herein und es ist gleich alles einfacher.

Songanalyse und Harmonik: Was sind die Tonarten?

Wenn ich die Struktur habe, dann schau ich mir die Tonart an. Bei PopSongs oder bei einfachem Liedgut werde ich da in der Regel in der gleichen Tonart bleiben. Im Jazz kann dies durchaus wechseln. Es kann Akkorde geben, die völlig aus der Tonart rausgehen. Für den Fall, dass die Tonart also während des Stückes wechselt, kann ich mir die Tonarten zu den schon erwähnten Vierer-Paketen notieren. Hier wäre es dann vor Vorteil, wenn du bereits weißt, wo die jeweiligen Akkorde auf der Klaviertastatur sind. Falls euch die Akkorde zu kompliziert sind, könnt ihr auch einfache Dreiklänge spielen. Man kann alles vereinfachen. Das ist ja das Tolle dabei.

Analyse der Melodik

Als nächsten Schritt bei der Songanalyse schaue ich mir die Melodie an. Ich schaue, wo die höchste und tiefste Note ist. Danach analysiere ich das Tonmaterial. Welche Tonleiter liegt z. B. dem Akkord zugrunde? Sind es auch komplizierte, wie z. B. eine mixolydische Tonart? Dabei versuche ich immer, nicht zu theoretisch zu sein. Es bringt nichts, die Musik zu Tode zu akademisieren. Das schreckt ab. Es klingt alles unglaublich kompliziert. Es ist für einen Anfänger wenig sinnvoll, sich durch all die noch unbekannten Tonarten durchzuwursteln. Daher machen wir es uns einfach. Ich kann pro Akkord die Tonleitern zuordnen und benennen. Im Kurs Chords&Scales erkläre ich das ganz detailliert. Einen Trick kann ich dir aber bereits jetzt verraten: Wenn ich die Töne der Tonart weiß, ist das schon einmal die halbe Miete. Ab Minute 31 im Video oben zeige ich dir, wie man aus einer normalen Tonleiter eine dorische, lokrische oder lydische Tonleiter bildet. Schau dir das mal an 🙂 Warum muss man das alles wissen? Damit man lernt, herauszuhören, worum es sich handelt. Du hast einen tieferen Bezug zum Stück. Dabei machen wir immer nur so viel, wie wir zum praktischen Verständnis für die Songanalyse brauchen.

News

Das Stück, das ich in diesem Live Piano Coaching spiele, heißt „Blue Bossa“. Es ist ein eher fortgeschrittenes Stück.

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, filme ich momentan den neuen Blues und Boogie Woogie Kurs. Es wird also einen komplett neuen Kurs geben. Er wird etwa doppelt so groß wie der alte Blues und BoogieWoogie Kurs. Es gibt viel Erklärungsbedarf. Daher mache ich viele kleine Teilschritte. Der neue Kurs wird alles super detailliert erklären, auch mit Noten und Texten dazu. In den nächsten Wochen werden die Zapiano®Club-Mitglieder schon einmal Zugriff auf die ersten Module erhalten. Der Kurs selbst wird Ende Januar starten.

Wenn das alles für dich neu ist und du nur Bahnhof verstehst, dann empfehle ich dir den PianoStarter 1 Kurs. Hier erkläre ich dir alles von Grund auf, sodass keine Fragen offen bleiben. Und falls doch kannst du uns jederzeit schreiben oder direkt unter den Lektionen deine Fragen stellen. Hier findest du eine Probelektion für den PianoStarter 1. So kommst du Schritt für Schritt ins Verstehen und auch die fortgeschrittene Songanalyse ist mit der Zeit kein Problem mehr 🙂 Viel Spaß beim Üben 🙂

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