Multitasking VS. Monotasking

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Multitasking gibt es nicht. Es ist ein Mythos.

Das glaubst du mir nicht?

Dann probiere doch mal folgendes: denk an das letzte Buch, das du gelesen hast. Worum ging es darin genau? Während du versuchst, diese Frage zu beantworten, überlege dir, wie dein morgiger Tag aussehen wird. Nicht so schwierig, wirst du jetzt vielleicht denken. Aber achte ganz genau darauf, was in deinem Kopf vorgeht. Du wirst ohne Mühe zwischen diesen beiden Aufgaben hin- und her wechseln, sie allerdings nicht gleichzeitig bearbeiten können.

Seitdem Smartphones und damit Apps in Hülle und Fülle unseren Alltag erobert haben, sind wir sehr gut darin, rasch zwischen verschiedenen Gedankengängen zu switchen. Jemand, der beispielsweise öfter von kleinen Kindern umgeben ist, hat gelernt, seine eigenen Gedanken und Prozesse abrupt zu unterbrechen und sich auf neue Situationen einzustellen. Aber gleichzeitig läuft dies nicht ab. Multitasking ist ein Mythos.

Und was hat das nun mit Klavier spielen zu tun? Wenn ich auf meiner Aussage beharre, wie ist es dann möglich, dass jemand mit jeder Hand andere Bewegungen ausführen und dann auch noch zehn Finger koordinieren kann? Gleichzeitig bedient er/sie Pedale und singt allenfalls obendrein noch. Angesichts dessen warst du dir wahrscheinlich sicher, dass es so etwas wie Multitasking geben muss. Denn beim Klavier spielen geht es immer um Gleichzeitigkeit und Unabhängigkeit.

Doch eben habe ich doch behauptet, dass dies gar nicht möglich sein kann?!

Hier ist des Rätsels Lösung:

“Klavier spielen lernen wir am besten, wenn wir unsere Aufmerksamkeit jeweils nur auf Teilbereiche lenken”.

Das kann zum Beispiel das Greifen eines Akkords sein. Diesen Vorgang wiederholen wir solange, bis der Verstand nicht mehr damit beschäftigt ist. Dann hat sich diese Bewegung bzw. dieser Akkord oder Sound, ins Unbewusste abgelegt – dieser Baustein ist dann verinnerlicht.

Das bedeutet, ich denke nun beim Spielen eines Stückes nicht mehr darüber nach, welcher Finger wann, wo zu platzieren ist. All das habe ich zu einem früheren Zeitpunkt bereits einstudiert. Danach wird das Spielen erst richtig spannend, denn erst jetzt kannst du dich auf die musikalische und gefühlsmäßige Ebene begeben.

Fazit

Multitasking ist ein Mythos, dein Verstand kann sich immer nur auf eine Sache konzentrieren. Wir können uns nicht gleichzeitig auf alles konzentrieren wie linke Hand, Lautstärke, dritter Finger der rechten Hand, Bedienung der Pedale, Pulsation etc.

Beim Klavierspielen haben wir die Bewegungen zu einem früheren Zeitpunkt schon so erlernt, dass sie automatisch von statten gehen. Das sieht von aussen aus, als ob wir Multitasking fähig wären, sind wir jedoch nicht.

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