Was bedeutet Kadenz?

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Vermutlich hast du den Ausdruck Kadenz schon einmal gehört, aber konntest noch nicht viel damit anfangen. Hier erfährst du kurz und knapp, worum es bei einer Kadenz geht. Los geht’s!

In der Musik bezeichnet eine Kadenz eine spezifische Abfolge von Akkorden, die das Ende eines musikalischen Satzes, einer Phrase oder eines Abschnitts signalisiert. Sie dient als eine Art musikalische “Punktuation”, die dem Hörer eine Pause oder einen Abschluss innerhalb des Stücks anzeigt.

Es gibt dem Zuhörer Orientierung über ein Stück, man “spürt” förmlich z.B. bei der Auflösung einer V-I Kadenz, dass es jetzt “nach Hause” geht.

Kadenzen am Piano

Es gibt verschiedene Arten von Kadenzen, die jeweils unterschiedliche Auswirkungen haben

  1. Authentische Kadenz: Diese beinhaltet den Übergang von der Dominante zur Tonika (zum Beispiel V-I in der C-Dur-Tonart wäre G-C) und hat eine starke, abschließende Wirkung.
  2. Plagale Kadenz: Diese bewegt sich von der Subdominante zur Tonika (zum Beispiel IV-I in der C-Dur-Tonart wäre F-C) und wird oft als “Amen-Kadenz” bezeichnet, da diese in der geistlichen Musik Einzug gehalten hat.
  3. Halbkadenz: Die Halbkadenz endet auf der Dominante und lässt die Musik offen oder unvollständig, oft mit einem Gefühl der Erwartung.
  4. Trugschluss-Kadenz: Diese tritt auf, wenn die Musik in eine unerwartete Richtung abbiegt, anstatt wie erwartet aufzulösen, oft indem sie auf einen Akkord endet, der weder die Dominante noch die Tonika ist.

Kadenzen spielen eine wichtige Rolle in der Strukturierung von Musik und helfen, Spannung und Auflösung zu erzeugen. Sie sind ein grundlegender Bestandteil der westlichen Musiktheorie und kommen in vielen unterschiedlichen Musikstilen, von Klassik bis Pop, vor.

Die Begrifflichkeiten stammen hier ganz klar aus der klassischen Harmonielehre. Man wird im Jazz- oder Popularmusik-Gebrauch nicht von einer authentischen Kadenz sprechen, sondern einfach von einer V-I Verbindung. Gemeint ist damit aber dasselbe.

Was ist der Unterschied zwischen Kadenz und einer Akkordfolge?

Sowohl Kadenz als auch Akkordfolge beziehen sich auf eine Abfolge von Akkorden, aber sie haben unterschiedliche Bedeutungen und Kontexte in der Musiktheorie.

Akkordfolge

Eine Akkordfolge ist eine Reihe von Akkorden, die nacheinander gespielt werden. Sie bildet oft die harmonische Grundlage eines Musikstücks und kann in vielen verschiedenen Stilen und Genres verwendet werden. Eine Akkordfolge kann beliebig lang sein und wird oft wiederholt. So schafft man ein bestimmtes Muster oder eine bestimmte Struktur innerhalb eines Stückes.

Ein Song kann aus mehreren Akkordfolgen bestehen oder auch nur aus einer sich wiederholenden 4-taktigen Akkordfolge.

Kadenz

Eine Kadenz ist eine spezielle Art von Akkordfolge, die das Ende eines musikalischen Abschnitts, einer Phrase oder eines Satzes signalisiert. Sie hat eine besondere Funktion in der Tonart eines Stücks, da sie eine Art von “Punktuation” oder Abschluss bietet. Kadenzfolgen folgen oft bestimmten Mustern, die eine bestimmte Wirkung haben, wie z. B. eine Auflösung oder einen Halbschluss.

Wie schon vorhin beschrieben bezeichnet man die gebräuchlichsten Kadenzen folgendermaßen:

  • Authentische Kadenz: Diese endet auf dem Grundton (tonischen Akkord) und hat eine starke Auflösung, die oft das Gefühl eines endgültigen Abschlusses gibt.
  • Plagale Kadenz: Bekannt als “Amen-Kadenz”, besteht aus dem Subdominantakkord, der zur Tonika führt.
  • Halbkadenz: Diese endet auf dem Dominantakkord und fühlt sich unvollständig oder fragend an.
  • Trugschluss-Kadenz: Sie führt den Hörer in die Irre, indem sie eine unerwartete Wendung nimmt, anstatt wie erwartet aufzulösen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Akkordfolge eine allgemeine Sequenz von Akkorden ist, während eine Kadenz eine spezifische Art von Akkordfolge ist, die eine besondere Funktion in der Musik hat, nämlich das Signalisieren eines Abschlusses oder einer Pause in einem musikalischen Gedanken.

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Was dir dieses Wissen über Kadenzen und Akkordfolgen bringt

Vermutlich denkst du dir: “schön und gut – und jetzt?” Wenn du dir Songs erarbeiten möchtest, liegt diesem immer eine harmonische Struktur zugrunde. Egal, um welchen Song oder um welchen Stil es geht.

Wir haben immer eine gewissen Anzahl Takte und entsprechende Akkorde, welchen den Takten zugeordnet werden. Dies ist dann eine Akkordfolge.

Sobald du dich etwas mit Harmonielehre beschäftigst, wirst du feststellen, dass bei vielen Songs eine sehr ähnliche Struktur darunter liegt.

Wichtig: Hast du diese Struktur einmal verstanden, kannst du neue Stücke viel rascher verinnerlichen, als ohne dieses Wissen.

Du findest auf Zapiano® für den Einstieg leichtere Klavierstücke. Wir achten darauf, dass unsere Schüler von Beginn weg Stücke spielen können, welche sie Note-für-Note richtig spielen können, ohne vorher zig Jahre Etüden und Tonleitern geübt zu haben.

Kadenz üben

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